Herr Hans Stanglmair, von den Solarfreunden informierte, auf Einladung des SPD-Ortsvereins Langenbach, die Bürger auf der gut besuchten Veranstaltung beim „Alten Wirt“ in Langenbach am 30.05.2011 über folgende Themen:
Ausstieg aus der Atomkraft
Heizen ohne Öl und Gas
Heizungspumpentausch
Erneuerbare Energie und Heizungsmodernisierung
Veranstaltungen
Die Frage: „Ist Atomkraft zu verantworten“? stellte Herr Stanglmair an den Anfang seines Referats. Die Restrisiken der Atomkraft sind ständig vorhanden, ein GAU kann auch bei uns nicht ausgeschlossen werden (Stromausfall, Flugzeugabsturz, Terror, Sabotage, menschliches Versagen). In solch einem Ernstfall sind wir hilflos.
Zum anderen muss der jährlich anfallende Atommüll, ca. 450 Tonnen, für eine sehr lange Zeit (bis zu 1 Mio Jahren) verwahrt werden.
Geht es in der BRD ohne Atomstrom?
17 AKW’s haben eine Kapazität von 21,5 GW, aufgrund des Moratoriums wurden 7 AKW’s abgeschaltet, d.h. 8,4 GW. Es verblieben 11,7 GW und das Licht ist nicht ausgegangen! Es wird immer noch mehr Strom in Deutschland produziert als benötigt wird!
Die Gesamtproduktion 2010 von Strom in der BRD betrug 132,6 TWh.
Im Vergleich dazu wurden durch „Erneuerbare Energien“ 2010 in der BRD bereits 102 TWh Strom erzeugt.
Der Atomausstiegsbeschluss der Regierungskoalition vom 30.05.2011 besagt, dass der Ausstieg bis 2021 möglich ist. Sollte es Probleme geben, können 3 AKW’s als „Sicherheitspuffer“ bis 2022 weiterlaufen. Die 7 ältesten abgestellten AKW’s werden still gelegt.
Die Probleme und Herausforderungen unserer heutigen Energieversorgung sind vielfältig. Abhängigkeit, Versorgungssicherheit, schwindende Ressourcen, Umwelteinfluss, Energieverschwendung und Klimawandel tragen dazu bei, dass wir umdenken müssen.
Ölreserven sind endlich und wir verschwenden sie im großen Maße. Bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 flossen täglich 8 Mio Liter Öl und Methangas ins Meer und das fast 4 Monate lang.
Wer zahlt den Verlust, die angerichteten Schäden, wer zahlt die Folgeschäden???
Heute nutzen wir die Energien sehr ineffizient.
Der Wirkungsgrad von Kraftwerkparks liegt bei 35 %. Beim AKW, z.B. Isar II, liegt die elektrische Leistung bei 1410 MW (35%), aber die thermische Leistung liegt bei 3950 MW (65%), d.h. diese Leistung wird nicht genutzt und in die Luft geblasen.
Klimawandel findet statt!
Wir können es an den schmelzenden Gletschern und an dem Anstieg der Meeresspiegel sehen. Die zunehmenden Wetterextreme wie Trockenperioden, Starkregen und Stürme, ja sogar Windhosen die mit denen in USA vergleichbar sind, sind eine Ursache des Klimawandels. Wir sind gezwungen, uns weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Brennstoffen zu begeben. Dazu gehört natürlich auch Einsparen von Energie.
Die „Erneuerbare Energie“ sind die Zukunft. Die Sonne ist unerschöpflich (noch ca. 4,5 Mrd. Jahre). Erneuerbare Energie ist dezentral überall verfügbar, umweltfreundlich und versorgungssicher, unabhängig von Importen und habe kein Sicherheitsrisiko, Das Geld bleibt in der Region und jeder kann sie konkret und einfach nutzen.
Heizen mit Holz, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk und Solarthermie sind die nächsten Themen. Bei Holz unterscheiden wir zwischen Scheitholz und Pellets.
Holz ist ein heimischer Brennstoff von dem jährlich rund 40 Mio. Ster Holz nachwachsen. Das entspricht 5,5 Mrd. Liter Heizöl. 1 Kg Scheitholz hat einen Brennwert von ca. 4 kWh; 1 Ster Holz hat ca. 1600 kWh das entspricht einer Ersparnis von 160 Liter Heizöl.
1 kg Holzpellets hat einen Brennwert von 4,7 kWh; 2 kg entsprechen 1 Liter Heizöl.
Heizen mit Holz ist CO2-neutral und daher umweltverträglich. Niedrige Betriebskosten, heimischer nachwachsender Energieträger Wertschöpfung in der Region und kaum Arbeitsaufwand.( manuelle Beschickung beim Scheitholz und regelmäßige Ascheentfernung sind notwendig.
Wärmepumpen entziehen der Luft, dem Wasser oder dem Boden Energie und bringen sie auf ein im Gebäude nutzbares Temperaturniveau. Dies erfordert aber Boden- oder Wandheizung. Die Jahresarbeitszahl sollte aber größer als 3,5 sein um diese Art optimal zu nutzen. Für Radiatorheizung ist diese Art nicht zu empfehlen.
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage bei deren Betrieb Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt wird (Kraft-Wärme-Kopplung). Ein Motor treibt einen Stromgenerator an. Der erzeugte Strom wird entweder gleich selbst benutzt oder ins Netz eingespeist. Die anfallende Motorabwärme wird direkt vor Ort zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt. Durch den wärmegeführten Betrieb wird nichts verschwendet. Die eingesetzte Energie wird umweltschonend und sehr effizient genutzt.
Die heutigen BHKW’s können mit Pflanzenöl, Erdgas oder Heizöl betrieben werden.
Noch bekommt man für die Einspeisung ins Netz und teilweise für den Eigenverbrauch daraus eine Vergütung von der Bundesregierung.
Zum optimalen Einsatz solcher BHKW’s ist es sinnvoll auch die Sonnenenergie zu nutzen. Über Flach- oder Röhrenkollektoren wird die Wärme in Pufferspeichern oder Schichtspeichern zwischengelagert und bei Bedarf abgerufen.
Wirtschaftlich betrachtet lohnt sich eine solche Anlage auf jeden Fall.
Pumpentausch
Durch kleine Änderungen kann man z. B. durch einen Pumpentausch Strom und Heizkosten sparen. Die herkömmlichen Pumpen, die an der Heizung ständig im Betrieb sind um das Wasser durch die Rohre zu pumpen verbrauchen ca. 500 bis 800 kWh im Jahr, das entspricht ca. 100 – 150 €. Die neuen Hocheffizient-Pumpen verbrauchen ca. 60 – 150kWh im Jahr, das entspricht ca. 11 – 29 €
Im Moment läuft eine Gemeinschaftsaktion von Landratsamt, Innung Sanitär/Heizung/Klima, Sonnenkraft Freising und Solarfreunde Moosburg unter der Schirmherrschaft von Landrat Michael Schweiger zum Pumpentausch.
Die Vorteile sind: Sie sparen Strom und Geld, es rentiert sich schon nach wenigen Jahren, die Montagekosten sind absetzbar und sie haben 5 Jahre Garantie ab Einbaudatum (der Fachhandel berät Sie gerne).
Ziel dieser Aktion ist einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende 2035 im Landkreis Freising zu leisten. Der Kreistag Freising hat beschlossen bis 2035 unabhängig von externem Strom zu sein.
Die Aktion läuft vom 1. März bis 15 Juli 2011
Bei den Moosburger Solartagen am 2. und 3. Juli 2011 im Schulzentrum Nord, Albinstr. 14 – 16 Können Sie weitere Informationen bekommen.
Homepage SPD Kreisverband Freising
Besucherzähler
| Besucher: | 231787 |
| Heute: | 126 |
| Online: | 2 |
Wir stehen auf für Hallbergmoos und Goldach!

Dafür stehen wir!
Newsticker
20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen
18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen
18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen


