Mit dem Mooskurier gibt es seit 9 Jahren ein zweites Anzeigenblatt in Hallbergmoos, das über die lokalen Ereignisse bisher informativ berichtete.
In der Ausgabe vom 12. Juni dieses Jahres sorgte erstmals ein Artikel für negatives Aufsehen:
SPD Hallbergmoos-Goldach
Ortsverein
Mit dem Mooskurier gibt es seit 9 Jahren ein zweites Anzeigenblatt in Hallbergmoos, das über die lokalen Ereignisse bisher informativ berichtete.
In der Ausgabe vom 12. Juni dieses Jahres sorgte erstmals ein Artikel für negatives Aufsehen:
Der bis dahin weitgehend unbekannte Doktor Martin Voigt hatte über vier Seiten seine Thesen über die U 3 – Erziehung veröffentlicht. Nicht nur Mütter mit Kindern im Kindertagesstättenalter, sondern auch so manche Oma und Opa waren bass erstaunt über die gewagten Thesen des akademisch geadelten Erziehungsaufklärers. Überschriften wie „Babys in Fremdbetreuung haben panikartige Existenzängste“ oder „Langzeitstudien belegen die negativen Folgen der U3-Betreuung“ zeigen schon auf den ersten Blick, welches Frauen- und Familienbild hier wohl an den Pranger gestellt werden sollte.
Die Rede war außerdem von: einem „sozialistisch-feministischen Frauenbild, das Wertschätzung,
Liebe und Treue zwischen Mann und Frau stets in Frage stellt und daß dies herrschender Konsens in Politik, Medien und teilweise in den Kirchen sei: Karrierefrauen, die die Heimchen am Herd belächeln und von medialer Indoktrination der Frauen.
Im Artikel wird ein Frauenbild idealisiert, das in den dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte seinen Höhepunkt fand.
Frauen, die stolz darauf sein können, eine gute Ausbildung erworben zu haben, die im Berufsleben stehen, werden als indoktrinierte Rabenmütter diskriminiert.
Das wirre Konvolut von extrem rechten Thesen zum Thema Kindererziehung im Mooskurier gipfelte dann in einem „Interview“ mit einer „Stillberaterin“. Die Dame hatte zwar einen Abschluss im Bibliothekswesen, erklärte sich aber selbst zur Spezialistin für Erziehungsfragen. Sie berichtet von Kindern, die in den Krippen seelisch zusammenbrechen, von täglicher existenzbedrohender Verlusterfahrung der Krippenkinder.
Insgesamt trieften diese vier Seiten des Mooskuriers nur so von Thesen aus der äußersten rechten Ecke ; Pegida-Gedankengut in Reinform!
Gespannt wartete man in der nächsten Ausgabe auf die versprochenen Leserbriefe und die wohl darauf folgende Diskussion.
Interessierte Leser wissen ja, wie es weiterging:
Wer in unserer Zeitgeschichte ein wenig bewandert ist, wird sich bei diesem, unter der Rubrik Pressefreiheit, dargebotenem Schauspiel an die dunkelste Zeit unserer Geschichte erinnert fühlen!
Unser eifriger Redakteur, Doktor – so viel Zeit muss sein – Martin Voigt schien sich über den Sommer mit anderen Dingen beschäftigt zu haben.
Im September durfte er dann in der Nachbargemeinde Neufahrn über die Informationsveranstaltung zu einer Flüchtlingsunterkunft berichten. Kleine, fast versteckte Nebensätze des Autors, gaben auch diesem Artikel eine spezielle Tendenz.
Erst in der Ausgabe vom 06. November des Mooskurier, konnte man in Hallbergmoos wieder von ihm lesen, er wurde nach bereits bekannter Manier „interviewt“:.
Grund dafür war die Verleihung des „Gerhard-Löwenthal-Preises“ für einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; so steht es geschrieben im Mooskurier.
Der so gelobte Artikel unseres Herrn Doktor kann nachgelesen werden:
Wer würde einem solchen Geschreibsel auch nur Zeilenhonorar bezahlen?
Wir konnten aber, dank Wikipedia, schon mal den renommierten „Gerhard-Löwenthal-Preis“ etwas einordnen:
Der Gerhard-Löwenthal-Preis ist ein Journalistenpreis, der 2004 von der Wochenzeitung Junge Freiheit zusammen mit dem ehemaligen ZDF-Moderator Fritz Schenk und Ingeborg Löwenthal, der Witwe des Journalisten Gerhard Löwenthal, ins Leben gerufen wurde.
Die Junge Freiheit (JF) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung. Sie versteht sich als unabhängiges konservatives Medium. Politikwissenschaftler ordnen sie einem Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus zu und bezeichnen sie als Sprachrohr der Neuen Rechten.
Übrigens, auch im, der AfD nahestehenden, Internetblog Freiewelt findet man Beiträge des neuen Mooskurier-Redakteurs Voigt.
Nachdem es sich beim Mooskurier ja lediglich um ein Anzeigenblatt handelt, könnte man die Sache mit einem Aufkleber am Briefkasten - Mooskurier nein Danke – bewenden lassen.
Nachdem diese Publikation aber mit den amtlichen Mitteilungen der Gemeinde Hallbergmoos bedacht wird und, auch das möchte ich deutlich sagen, bisher eine durchaus lesenswerte Ortszeitung war, wäre es doch schade, wenn hier weiterhin ein Vertreter der neobraunen Ecke sein Gift veröffentlichen dürfte.
Wer ist hier wohl aufgefordert im Sinne unseres Grundgesetzes und der Pressefreiheit zu handeln?
In unserer Gemeinde können wir zu Recht stolz auf unsere hervorragende Kinderbetreuung sein. Angriffe auf Eltern, die ihre Kinder in unseren Einrichtungen betreuen lassen, sollten bei uns keine Plattform finden.
Anzeigenkunden das Mooskurier sollten sich auch die Frage stellen will ich mit diesen rechten Parolen Werbung machen?
Wir haben dem Herausgeber des Mooskurier Heiko Schmid einen link auf unsere Homepage, mit der Bitte um eine Stellungnahme, geschickt und werden entsprechend berichten.
Was halten Sie von solchen Tendenzen?
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Max Kreilinger
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